Im Gespräch mit Luxuslärm

Im Gespräch mit Luxuslärm

Mit „Alles was du willst“ erreichten Luxuslärm Platz 4 der deutschen Albumcharts und überzeugen aktuell auch auf Konzerten mit ihren neuen Songs. Anlässlich ihrer aktuellen Tour und ihrer geplanten Auszeit 2015 trafen wir die Band beim Konzert in Castrop-Rauxel zum Interview.

Infinita: Hallo Ihr Lieben, schön dass Ihr euch Zeit für das Interview nehmt. Ihr seid seit Kurzem wieder auf Tour und diese geht noch bis zum 27. Dezember. Muss man sich im Vorfeld vorbereiten und auf Ernährung und Sport achten?

Jini: Sehr gerne sogar 🙂 . Also bei mir ist es so, dass ich mit Sicherheit nicht ganz soviel Sport mache wie meine Jungs. Die sind immer ganz fleißig, auch während der Tour. Trotzdem versucht man natürlich auch körperlich fit zu sein, auch Essen’s technisch gesehen. Wir versuchen dann unsere Ernährung immer noch etwas gesünder zu gestalten. Immerhin schlaucht es natürlich ungemein, wenn du 3 oder teilweise 4 Nächte am Abend eine 2-Stunden Show hast. Dazu kommt, dass wir zurzeit wieder selber zu den Konzerten fahren. Da ist es wichtig, dass du körperlich fit bist.

Infinita: Was passiert bei euch vor einem Konzert ? Gibt es ein Ritual oder einen bestimmten Ablauf?

Jini: Was vor einem Konzert zum Beispiel passiert ist natürlich das Aufwärmprogramm. Sei es, dass Jan sich warm trommelt oder Freddy sich die Gitarre schnappt oder ich mich einsinge. Das ist unerlässlich. Ohne würde das auch alles nicht funktionieren, denn wen du kalt auf die Bühne gehst ist das tödlich.

Infinita: Euer 4. Studio Album „Alles was du willst“ erschien ja in diesem Jahr. Dieses hielt sich 4 Wochen lang auf Platz 4 der Charts. Habt Ihr mit solch einem Erfolg gerechnet oder hattet ihr vorab klare Erwartungen?

Jini: Das ist sehr schön, dass du das nochmal erwähnst. Sag das doch nochmal (alle lachen). Also ich glaube rechnen kann man mit so etwas nie in dieser Musikbranche, einfach weil das viel zu schnelllebig ist und weil du einfach überhaupt nicht weißt, wie viele Leute dieses Album berühren wird. Dazu kommt natürlich die Ungewissheit, wer wirklich gewollt ist sich ein Album für 15-17 Euro zu holen, da man heute ja auch Vieles auf anderen Wegen bekommt. Daher kann man in dieser Branche nichts erwarten. Aber wir haben uns natürlich riesig gefreut, als uns die Nachricht erreicht hat. Das 3. Album lag auf Platz 6 und das 4. auf Platz 4 und jetzt gibt es noch 3 Plätze die wir natürlich unbedingt erobern wollen. Das wäre wirklich toll, da es ein wunderschönes Gefühl ist und man sehr lange daran denkt und man auch stolz darauf sein kann. Aber es ist nicht das primäre Ziel eines Albums als Musiker.

Infinita: Du hat gerade kurz angeschnitten, dass es heutzutage eben auch andere Wege gibt an Medien wie ein Album ranzukommen. Inwiefern wird das zu einem Problem für Musiker wie euch?

Jini: Heutzutage gibt es sehr viel kostenlos und zum größten Teil auch illegal im Netz. Das ist für uns Musiker natürlich tödlich, ganz klar. Weil dadurch gefährdet ist, dass du die nächste Platte nicht machen kannst, weil man dafür kein Geld hat. Die Fans schneiden sich dadurch oftmals ins eigene Fleisch.

Infinita: 2015 habt Ihr eine Pause angekündigt. Warum legt Ihr diese ein und werdet ihr in dieser Konstellation als Band bleiben?

Jini: Also ich werde Solo was machen (lacht). Nein, natürlich werde ich nichts Solo machen :-D. Wir haben jedes Jahr 2 Touren gespielt plus die Sommer Festivals und nun haben wir alle gesagt, dass wir mal wieder etwas Zeit für uns brauchen. Dass man Zeit hat neue Songs zu schreiben und am 5. Album zu basteln. Das klappt immer besser ohne Druck, ohne die ganzen Gigs und ohne andere beruflichen Verpflichtungen. Wir wollen wirklich den Kopf frei bekommen, sodass man sagen kann: „Jetzt haben wir wieder Lust neue Texte zu schreiben, neue Melodien zu bearbeiten und kreativ zu sein“. Oder auch mal wieder was für sich tun kann und Konzerte anderer Künstler besuchen kann. Das ist das, was wir ja im Moment selber nicht können, da wir  ja ganz fleißig auf der Bühne stehen . Deswegen nehmen wir uns eine Pause.

Infinita: Das heißt ihr werdet 2015 nur an eurem 5. Album basteln und einfach mal die Seele baumeln lassen?

Jini: Nein. 2015 werden wir auf jeden Fall auf ausgewählten Sommer Festivals spielen, wo wir hoffentlich unsere Fans sehen werden. Aber wir werden eben keine Tour spielen.

Infinita: Nicht zuletzt haben euch eure Fans zu eurem Erfolg gebracht, welchen ihr sehr nahe seid. Wollt ihr uns verraten was sie euch bedeuten?

Jan: Sehr viel! Erst vor Kurzem gab es eine wirklich schöne Sache. Nicht nur, dass Sie uns mitten im Konzert ein Ständchen gesungen haben, sondern sie haben uns am Ende noch ein Fotoalbum mit einer DVD darin geschenkt und einer süßen Entstehungsgeschichte von Anfang an. Jeder von uns schaute sich im Auto das Album mal intensiv an. Jeder hat da seine einzelnen Gedanken aufgeschrieben mit Bildern und so weiter. Als Bandmitglied ist es natürlich auch mal schön, Revue passieren zu lassen und sich auch mal anzuschauen wie viel Liebe darin steckt. Viele Dinge hat man schon wieder fast vergessen und da ist es wirklich toll, wenn du so ein Album hast von deiner Bandgeschichte. Als Musiker spielst du Songs die du zwar gut findest, aber jeder von uns verbindet ja ein gewisses Gedankengut mit diesem Song. Aber manchmal denkt man halt nicht daran, dass es Menschen da draußen gibt denen das wahnsinnig viel bedeutet. Es ist krass zu sehen was die Leute vor der Bühne damit verbinden und wie intensiv das für sie ist. Und auf einmal malen sie Bilder für dich und schenken dir soviel Liebe. Das finden wir alle echt total toll.

Infinita: Jini und Jan, ihr habt die Rock und Pop Fabrik gegründet. Wie kam es dazu?

Jini: Das war eigentlich Jans Idee. Er sagte, dass er da eine wirklich tolle Location in unserer Stadt hätte. Mein Traum war es schon immer mal eine Musikschule zu eröffnen. Aber dann haben viele gesagt, dass ich das sowieso nicht schaffen würde, da ich gerade mitten in meinen Studium war und Jan ebenfalls. Es halt also kaum jemand daran geglaubt. Aber dann gab es ja auch noch den harten Kern der Familie und Freunde die sagten, dass ich das schaffe.  Ja und jetzt feiern wir schon 10 jähriges Jubiläum. Vor 2 Jahren haben wir eine Zweigstelle in der Nachbarstadt eröffnet, da es da noch keine kulturellen Angebote gab. Unser Konzept ist auch sehr jung. Du wirst bei uns keinen Lehrer über 45 Jahren finden. Dazu kommt, dass es alles Musiker sind, die wirklich selber auf der Bühne stehen und live Musik machen. Ich hätte mir das auch damals gewünscht, als ich selber noch Klavier Unterricht genommen hatte. Bei mir war das alles noch sehr altbacken. Deswegen auch Pop und Rock Fabrik.

Infinita: Ihr beide gebt ja selber sogar Unterricht in dieser Schule. Hast du Jini denn selber auch noch Gesangsunterricht?

Jini: Ja das habe ich. Ich finde es ganz wichtig, dass man als Künstler nicht stehen bleibt. Ich möchte später wenn ich 80 bin mal nicht von mir behaupten: „Ach, hättest du dich mal noch weitergebildet“. Ich nehme neben meinem Gesangsunterricht auch Sprachtherapie. Also noch ganz viel in diese Richtung. Die Stimme und die Sprache interessieren mich einfach und ich glaube, wenn ich keine Sängerin geworden wäre, hätte ich dennoch etwas mit der Stimme gemacht. Logopädin oder irgendetwas in die Richtung. Deswegen finde ich es auch wichtig sich als Sängerin oder Sänger weiterzubilden.

-Nancy Vorpahl-

 

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