Im Gespräch mit Christan Camper

Im Gespräch mit Christan Camper
Neben Erfolgen wie “Hab ne Tante” oder auch “Brasilien Olé” hat Christian Camper auch so einigen an Bühnenerfahrung. Am 16.6.2014 performte der Partysänger vor knapp 400.000 Fans auf der Berliner Fanmeile seinen WM-Song “Brasilien Olé” und hat somit auch einen Anteil daran, dass die WM zu einem solchen Erfolg wurde.

Infinita: Lieber Christian, danke dass du dir die Zeit nimmst mit uns ein Interview zu führen. Schon immer hattest du einen Bezug zur Musik. Wie genau bist du zu dem Schlagergenre gekommen in dem man dich heute wiederfindet?

Christian Camper: Wie ich zur Musik gekommen bin ist eigentlich eine lustige Geschichte. Wir haben hier eine nette Nachbarschaft und hin und wieder haben wir auf Partys „Singstar“ gespielt. Als ich auf einer goldenen Hochzeit hier in der Nachbarschaft war, war es so langweilig, dass die Nachbarn mich dann überredet haben zu singen. Grund war, dass viele mich noch vom Singstar“ spielen positiv in Erinnerung hatten. Also habe ich mich dahin gestellt und dem DJ gesagt, er solle DJ Ötzi anmachen. So begann eigentlich alles.

Infinita: Im Jahr 2012 war praktisch der Start für deine Karriere. Was war in den Jahren davor der Mittelpunkt deines Lebens? Hast du dich damals schon ganz der Musik gewidmet?

Christian Camper: Vorher habe ich natürlich auch immer Musik gemacht. Wenn ich mal fünf Jahre zurückdenke, hätte ich aber nie daran gedacht oder nie davon geträumt, das das so passiert. Ich war selbstständig und hatte eine Firma in der Campingbranche. Daher kommt auch der Name „Camper“. Das mit der Musik ist einfach so entstanden. Vor allem das, was in den letzten Wochen und Monaten passiert ist, ist einfach unglaublich. Und das ohne irgendwelche Castingshows.

Infinita: Deine ersten größeren Auftritte waren ja alle noch relativ spontan. Magst du uns sagen wie es dazu gekommen ist und wie du dich damals gefühlt hast?

Christian Camper:  Als meine Nachbarn mich damals überredet haben stand ich mit dem Micro in der Hand vor der Türe. Ich habe mir noch überlegt, was ich da eigentlich mache. Ich hatte wirklich Angst, bis ich rein kam und die ersten Töne rausgebracht habe. Denn da sprangen die Leute auf die Tische und feierten mit. Aus einer Totenstille wurde plötzlich eine Partygemeinde. Auf dieser Veranstaltung kam dann ein anderes Pärchen, das ich überhaupt nicht kannte, auf mich zu und fragte mich, ob ich auch auf ihrer goldenen Hochzeit singen würde. So ist das eigentlich entstanden. Und mittlerweile hatten ich schon viele große Auftritte. Routine gibt es heute immer noch nicht. Aber ich weiß, dass das, was ich mache, funktioniert.

Infinita: Du bist jetzt schon knapp 2 Jahre professionell im Musikgeschäft. Was hat sich in dieser Zeit für dich verändert? Hast du die Ziele erreicht, die du dir damals gesetzt hattest?

Christian Camper: Es ist jetzt relativ schnell ein Fanclub entstanden, der mittlerweile schon 100 Leute hat. Das hört sich jetzt nicht so viel an, aber für mich ist das echt beeindruckend, wenn jemand zu mir kommt und mich nach einem Autogramm fragt. Wenn es zu so einer Situation kommt, dann ist das schon komisch.

Infinita: Du hast ja in der Vergangenheit schon vor sehr großem Publikum gesungen. Kennst du das Gefühl von Lampenfieber überhaupt noch?

Christian Camper:  Also das Gefühl hat sich verändert. Lampenfieber habe ich immer noch, aber nicht mehr so, wie es früher war. Einen gewissen Respekt hat man jedes Mal. Wie gesagt weiß ich, dass mein Programm funktioniert. Ich gucke mir mein Publikum vorher an und wähle dann aus, welche Songs ich bringe.

Infinita: Viele Musiker schwören auf ein bestimmtes Ritual vor dem Auftritt. Wie bereitest du dich vor und wer begleitet dich zu Auftritten?
Christian Camper: Da habe ich kein Ritual. Ich bereite mich zuhause immer auf die Auftritte vor. Ich mache mir meine CD an und gucke, was es für eine Veranstaltung ist.

Infinita: Was hat es damit auf sich, dass du in 6 Stunden „Hab ne Tante“ verfasst haben?

Christian Camper: Das war eine lustige Geschichte. Ich habe zwei Kinder. Einer davon ist schon etwas größer der andere ist jetzt 7. Meine Frau und ich bringen den kleinen abends immer ins Bett und erzählen ihm eine Geschichte oder singen Lieder. Irgendwann haben wir aus dem Kinderliederbuch gesungen und kamen an die Stelle „Tante aus Marokko“. Als ich das mit ihm gesungen habe, dachte ich beim Refrain, dass dieser an den Ballermann muss. Der Refrain „singen ja ja jippie jippie yeah“ würde super gehen. Ich habe mich dann hingesetzt und den Song geschrieben. Man kann bei dem Lied zwar noch nicht vom Durchbruch reden, aber man wurde damit in der Partyszene schon bekannter. Auch die Künstler kennen mich jetzt und es ist auf vielen Ballermann und Partysamplern drauf. Den Song haben wir für dieses Jahr noch einmal komplett neu aufgelegt, indem wir diesen Song mit einem anderen älteren Song von mir vermischt, haben dieser heißt jetzt „Feiern in den Bergen“. Der Song ist seit kurzem draußen und ich bin damit nominiert für den „Top of the Mountains“. (Der Party Award der Après Ski Szene)

Infinita: In der Vergangenheit hast du mit den Mallorca Cowboys zusammengearbeitet. Wie sah diese Zusammenarbeit aus?

Christian Camper: Ich kenne die Mallorca Cowboys schon seit dem Anfang meiner Karriere. Sie haben mir damals geholfen. Sie haben mir den Tipp gegeben, mit wem ich beim MSV sprechen muss. 2013 war ich dann das erste Mal mit ihnen auf einem Retter-Konzert vom MSV Duisburg. Da hab ich „Scheiß drauf“ um getextet auf den MSV Duisburg und das ist so eingeschlagen, dass ich dann sogar im Stadion vor 18.000 Fußballfans gesungen habe. Die Mallorca Cowboys sind auch MSV Duisburg Fans und ich hatte 2014 die Idee für einen MSV Duisburg Song. Sie fanden die Idee direkt gut und machte mit. Zeitweise landetet wir in den Amazon Charts sogar auf Platz 2 hinter Helene Fischer mit Atemlos. Um unserem Verein zu helfen spendeten wir die Einnahmen an den MSV Duisburg. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit ihnen zusammen zu arbeiten. Die gemeinsamen Live Auftritte waren der Hammer. Seit dem sind wir gut befreundet.

Infinita: Du bist schon mehrmals vor den Fans des Duisburger MSV aufgetreten. Was ist das Besondere an diesem Verein?

Christian Camper: Wenn du fünf bist und gehst mit deinem Onkel ins Stadion, prägt dich das. Meinen Sohn habe ich jetzt fünf oder sechs Mal mit ins Stadion genommen und wenn du einmal die Stadionatmosphäre mitbekommen hast, bist du ein Fan. So ist das auch bei mir entstanden vor ganz vielen Jahren. Als es den Duisburgern schlecht ging, hab ich versucht zu helfen und das hat mich ins Stadion katapultiert und ich bin mittlerweile schon drei Mal in diesem Stadion aufgetreten, zuletzt beim Niederrhein-Pokalfinale. Das sind schon besondere Momente. Für mich noch mehr, als in Berlin. Berlin war natürlich auch unglaublich, aber wenn du vor deinem eigenen Verein vor 25.000 singen kannst, würde ich immer die 25.000 vorziehen.

Infinita: 2014 ist für dich ja ein besonders erfolgreiches Jahr. Wie war der Auftritt am Brandenburger Tor für dich?

Christian Camper: Am Brandenburger Tor zu singen war schon ein Highlight, allein die Atmosphäre. Das kann man einfach nicht beschreiben. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass ich vor 400.000 Leuten zwei Songs gesungen habe. Ich habe da auch verschiedene Leute wie Paul Breitner und Matze Knop kennen gelernt. Wenn man da auf die Bühne geht, dann hat man natürlich Lampenfieber. Das möchte ich auch nicht missen und davon werde ich wahrscheinlich auch noch meinen Enkeln erzählen. Es gibt ja wenige Künstler, die dort aufgetreten sind. Vor allem was ausgelöst wurde, als ich bei Facebook vorher gepostet habe: „Ich bin am Brandenburger Tor“. Was ich da alles für Nachrichten bekommen habe unglaublich. Aber in Duisburg vor 25000 zu singen war trotzdem noch ein bisschen geiler!

Infinita: Seit diesem Auftritt ist deine Bekanntheit ja noch einmal gestiegen. Haben sich daraus schon lustige oder skurrile Situationen mit Fans oder anderen Leuten ergeben?

Christian Camper: Nein, aber ich bin seitdem im Raum Berlin oft unterwegs, also auch gebucht. Ich war vor einiger Zeit danach z.b. auf einer Mallorca Party und auf einem Oktoberfest. Die Bookingfirmen haben mich da gesehen und mein Bekanntheitsgrad im Raum Berlin ist auf jeden Fall gestiegen. Die lokale Presse hat das dann auch aufgegriffen und daraus Interviews mit mir gemacht. Da ist schon Einiges passiert.

Infinita: Dein Debütalbum „Party-Chamäleon“ soll diesen Herbst erscheinen. War die Arbeit daran einfach oder hat es sich lange hingezogen?

Christian Camper: Ich habe ja meinen Bekanntheitsgrad jetzt schon gesteigert. Es ist aber nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Das Album direkt zu veröffentlichen, wäre vielleicht nicht der richtige Weg. Deshalb schieben wir jetzt einen Titel davor, der zwischendurch entstanden ist und ich werde das Album wahrscheinlich erst im Frühjahr veröffentlichen. Es nützt ja nichts, wenn du ein Album hast, in das viel investiert wurde und dann verkauft es sich nicht.

Infinita: Auf Youtube hast du schon eine eingefleischte Fangemeinde. Deinen Kanäle Christian Camper und CamperTVn haben bereits mehr als eine ¼ Millionen Klicks Stärkt das den Rücken für zukünftige Projekte?

Christian Camper: Ja! Mein Song „Brasilien Olé“ ist natürlich der mit den meisten Klicks und da haben ich, gerade über die Sozialen Netzwerke viele Fan´s gewonnen. Da sind auch wirklich eingefleischte Fans dabei, die mittlerweile auch zu vielen Veranstaltungen von mir kommen. Ich wollte eigentlich in diesem Jahr ein Fantreffen machen, aber das ist wegen der vielen Bookings leider nicht mehr möglich. Jetzt machen wir am 28.03.2015 eine große Camperfete als Fantreffen. Mit dabei Olli Olè., Daniel Silver, Andrè Gold, Jöli, Harpo Cool und ein Überraschungsakt.

Infinita: Als Musiker muss man auch mal die ein oder andere negative Resonanz hinnehmen.Wie gehst du damit um?

Christian Camper: Grundsätzlich bin ich ein positiv denkender Mensch und ich habe auch schon Kritiken hinter mir. Ich bin halt nicht der größte Sänger das weiß ich selbst aber dafür ein sehr guter Entertainer! Der die Leute zur guten Laune Animieren kann. Mit Kritik kann ich mittlerweile gut umgehen, es bedarf allerdings immer ein bisschen Zeit. Bei dem Fußballsong „Brasilien Olè“, war es so, dass der Markt von Fußballsongs überschwemmt war. Gerade beim Schlager ist es auch noch so, dass Deutschland geteilter Meinung ist. Ein Teil findet es gut, ein Teil findet es nicht gut. Ich wurde dann von 1Live unter die „10 schlechtesten Fußballsongs“ gewählt und fühlte mich erst mal mies und musste damit umgehen lernen. Danach war ich bei RTL bei „den 10 schlechtesten Fußballsongs Deutschlands“, allerdings stieg der Song dann in den Amazoncharts in die TOP 100. Letztendlich musste ich lernen, dass eine Negativpresse dich praktisch auch nach vorne spülen kann. RTL schwenkte dann um und ich war auf einmal bei den „10 nervigsten Songs“. Damit konnte ich dann besser umgehen und schlussendlich kam ja die Buchung aus Berlin.

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